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Temperatur7 Min.12. Mai 2026

Celsius, Fahrenheit und Kelvin: Drei Temperaturskalen im Vergleich

Was unterscheidet Celsius, Fahrenheit und Kelvin? Geschichte, Formeln und praktische Umrechnungstipps.

Die drei großen Temperaturskalen

Temperatur ist eine der am häufigsten gemessenen physikalischen Größen. Doch während die meisten physikalischen Einheiten weltweit standardisiert sind, existieren bei der Temperatur drei verschiedene Skalen nebeneinander: Celsius, Fahrenheit und Kelvin. Jede hat ihre eigene Geschichte und ihren eigenen Anwendungsbereich.

Celsius: Der europäische Standard

Anders Celsius, ein schwedischer Astronom, schlug 1742 eine Temperaturskala vor, die auf zwei leicht reproduzierbaren Fixpunkten basiert: dem Gefrierpunkt und dem Siedepunkt von Wasser bei Normaldruck. Ursprünglich legte Celsius den Siedepunkt bei 0° und den Gefrierpunkt bei 100° fest – also genau umgekehrt! Erst sein Kollege Carl von Linné drehte die Skala um.

Heute verwendet die überwiegende Mehrheit der Welt Celsius im Alltag. Die Skala ist intuitiv: 0°C = Wasser gefriert, 100°C = Wasser kocht, 37°C = normale Körpertemperatur. Diese klaren Referenzpunkte machen Celsius besonders alltagstauglich.

Fahrenheit: Der amerikanische Weg

Daniel Gabriel Fahrenheit, ein in Danzig geborener Physiker, entwickelte seine Skala 1724. Seine Fixpunkte waren weniger intuitiv: 0°F entsprach der tiefsten Temperatur, die er mit einer Eis-Salz-Mischung erzeugen konnte, und 96°F (später auf 98,6°F korrigiert) entsprach der menschlichen Körpertemperatur.

Auf der Fahrenheit-Skala gefriert Wasser bei 32°F und siedet bei 212°F. Die USA, einige Karibikinseln und wenige weitere Länder verwenden Fahrenheit im Alltag. Wer Wetterberichte aus den USA liest, muss wissen: 70°F sind angenehme 21°C, aber 100°F bedeuten brütende 38°C.

Ein Vorteil von Fahrenheit: Die Skala bietet eine feinere Auflösung für Alltagstemperaturen. Der Bereich von 0°F bis 100°F umfasst in etwa die typischen Wetterbedingungen, denen Menschen ausgesetzt sind.

Kelvin: Die wissenschaftliche Einheit

Die Kelvin-Skala, benannt nach dem britischen Physiker Lord Kelvin (William Thomson), beginnt am absoluten Nullpunkt – der tiefstmöglichen Temperatur, bei der alle Teilchenbewegung zum Stillstand kommt: −0 K oder −273,15°C.

Kelvin ist die SI-Basiseinheit der Temperatur und wird in der Wissenschaft ausschließlich verwendet. Eine Besonderheit: Man sagt „300 Kelvin“, nicht „300 Grad Kelvin“ – Kelvin steht für sich allein. Die Schrittgröße eines Kelvin ist identisch mit der eines Grad Celsius, nur der Nullpunkt ist verschoben.

In der Praxis ist die Umrechnung einfach: K = °C + 273,15. Zimmertemperatur (ca. 20°C) entspricht also etwa 293 K.

Die Umrechnungsformeln

Die Umrechnung zwischen den Skalen folgt festen Formeln:

  • Celsius → Fahrenheit: °F = °C × 1,8 + 32
  • Fahrenheit → Celsius: °C = (°F − 32) ÷ 1,8
  • Celsius → Kelvin: K = °C + 273,15
  • Fahrenheit → Kelvin: K = (°F − 32) ÷ 1,8 + 273,15

Ein berühmter Fakt: Bei −40° sind Celsius und Fahrenheit identisch. Das ist der einzige Punkt, an dem beide Skalen übereinstimmen.

Praktische Merkhilfen

Für die schnelle Umrechnung im Kopf helfen einige Faustregeln:

  • 30°C ≈ 86°F – Heißer Sommertag
  • 20°C ≈ 68°F – Angenehme Raumtemperatur
  • 0°C = 32°F – Gefrierpunkt
  • 37°C ≈ 98,6°F – Körpertemperatur
  • 100°C = 212°F – Siedepunkt

Als grobe Näherung kann man die Celsius-Temperatur verdoppeln und 30 addieren: 20°C × 2 + 30 = 70°F (tatsächlich: 68°F – nah genug für den Alltag).

Welche Skala ist die beste?

Jede Skala hat ihre Stärken: Celsius ist intuitiv und weltweit verbreitet, Fahrenheit bietet feine Auflösung im Alltagsbereich, und Kelvin ist unverzichtbar in der Wissenschaft. Die Wahl hängt vom Kontext ab – und mit einem Umrechner ist der Wechsel zwischen den Skalen nur einen Klick entfernt.

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